Graffiti artist from austria

the machine

Ein Leben als Maschine ist nicht leicht und oft fordernd.

Der Weg bis hier war ein langer, mit vielen Kreuzungen, Möglichkeiten und auch Hindernissen. Der Weg wird nie zu Ende sein, doch die Richtung wird immer deutlicher!
Ich habe in meiner künstlerischen Laufbahn schon viel ausprobieren dürfen. Stile kamen und gingen. Jede Erfahrung, ob positiv oder negativ, hat mich weitergebracht und ich möchte keine missen.

Wenn dich meine Geschichte interessiert, dann solltest du weiterlesen!

becoming the machine

Mein Interesse an der besonderen Ausdrucksform des Graffiti-Writings startete 2007. Ein Computerspiel hat mir Tagstyles näher gebracht, die mich enorm fasziniert haben. Die Dynamik und die simple Provokation, die man mit einem einfachen Tag erreichen konnte, sind für mich ein beständiger Antrieb, bis heute noch!
Meine Anfänge waren mühevoll und holprig, da mir der Zugang zur Szene und damit ein vernünftiger Austausch fehlte. Als Lehrmeister gab es Bücher und Youtube. Jedoch gab es in den späten 2000ern noch kein so umfangreiches Angebot an Tutorials im Internet, wodurch dann „Learning-by-doing“ eine intensive Lernmethode wurde. Als Jungspund in einer Zeit, in der Handys noch eher nur zur Telefonie geeignet waren, besorgte ich mir das zur damaligen Zeit beste Gerät zur Fotografie von Straßenbildern in der ganzen Stadt. Die Vorstellung, dass hinter jedem Bild eine spannende Geschichte steckte und auch der illegale Faktor haben mich sehr beeindruckt.

Um 2010 kamen die ersten Kontakte zur Szene, von da an ging alles sehr schnell. Zu dieser Zeit knüpfte ich engen Kontakt zu Four Elements; ein Grazer Verein, der sich um die Pflege der lokalen Hip Hop Kultur kümmerte. Die intensive Auseinandersetzung mit dieser Kultur brachte mich dem Ursprung und Sinn hinter meinem Stylewriting so nahe, dass für mich die Grundsätze „Peace, Love, Unity and having fun“ bis heute maßgeblich richtungsweisend sind.

Meine Begeisterung für den illegalen Bereich des Graffiti-Writings lies mich lange nicht los. Die Rebellion gegen das System, das anarchische Handeln; einfach, das tun, worauf man Bock hat. Für mich waren meine illegalen Graffitis nie Vandalismus. Ich verstand mich mehr als „Stadtverschönerer“. Denn wer will schon in einer langweiligen, grauen Stadt leben? So führte ich über Jahre ein Doppelleben. Tagsüber war ich bereits als Auftragsmaler aktiv, leitete Workshops und konnte damit meine Leidenschaft finanzieren. Nachts war ich dann unterwegs, um dem Drang nach dem Adrenalinrausch nachzugeben und meiner Stadt etwas Farbe zu schenken. Doch es kam, wie es kommen musste.

Zur selben Zeit gab es in der Stadt einen Mitbewerber, der Graffiti als Einnahmequelle für sich entdeckt hatte. Aufgrund meiner steigenden Bekanntheit und Professionalität und seines fehlenden Verständnisses für die Szene kamen vor allem für Workshops seine Kunden immer öfter zu mir. Dies veranlasste ihn dazu, aus freien Stücken, einen Aussage bei der Polizei zu machen und mich für viele illegale Malerein in der Stadt zu beschuldigen. Das resultierte 2012 in einer Hausdurchsuchung un 6-wöchiger Untersuchungshaft wegen dem Verdacht auf schwere Sachbeschädigung. Bei der Gerichtsverhandlung nach 3 Jahren wurde ich für einen sehr kleinen Bruchteil der Anschuldigungen schuldig gesprochen, sprichwörtlich außer Spesen nichts gewesen.

Zu dieser Zeit lebte ich bereits in Berlin. Ende 2014 hingezogen, erhoffte ich mir von dem europäischen Graffiti-Mekka einen Schub an Wissen und Erfahrung zu meiner anstrebenden Karriere als Graffit-Künstler. Nach meiner beendeten Ausbildung als Grafik- und Kommunikationsdesigner an der Grazer Ortweinschule war mir klar, dass der Weg zum professionellen Künstler meiner sein wird. Ohne Kontakte oder Pläne zog ich in die große Stadt. Überwältigt von der Menge an Graffitis und der tiefen Verwurzelung der Szene mit der Stadt hatte ich das außerdem das Glück, über die Dauer meines Aufenthaltes in Deutschland mit vielen großartigen KünstlerInnen arbeiten zu dürfen. Dazu war ich seit dem Frühjar 2015 ein fixer Bestandteil von Xi de Sign, einer Agentur für großflächige Fassadenbemalungen. Diese Zusammenarbeit und all die Kontakte mit außergewöhnlichen Menschen machte mich zu dem Writer, der ich heute bin. Berlin hat mich sehr viel gelehrt, war ein unvermeidbarer Zwischenstopp auf meiner Reise. Doch war es immer nur als Zwischenstopp geplant.

2018 ging es zurück nach Graz. Ich wollte all das Wissen und die Erfahrung aus Berlin in die Heimat bringen um dort die Szene zu pushen. Somit gründete ich 2019 den ersten österreichischen Online-Graffitishop Scope. An dem Beispiel Berlin konnte man sehen, wieviel ein Graffiti-Store zu einer positiven Entwicklung der Szene beitragen kann.

Bisherige Teilnahmen an Jams und Ausstellungen

Mensch trifft Maschine

Neben der 2-dimensionalen Schaffung von Arbeiten war für mich die Arbeit an 3-dimensionalen Objekten immer ein sehr reizvolles Thema. Ich war schon immer gerne handwerklich aktiv. Die Fähigkeit, mit seinen eigenen 2 Händen etwas mit Mehrwert zu bauen, ist eine sehr wertvolle in meinen Augen.
In der Kunst waren das bei mir, vor allem am Anfang, diverse Skulpturen. Die Arbeit mit Ton, Fimo oder anderen Materialien fand ich entspannend und meditativ. Ich hatte nie Entwürfe oder Skizzen für meine Figuren, alles entstand im Prozess. Auch wusste ich nie einen Zweck für meine Skulpturen, aber der Drang sie zu erschaffen war größer.

So sah die Entstehung einer Figur aus.

Vor allem der fehlende Zweck lies mich die Produktion neuer Figuren erstmal pausieren. Der Wunsch, wieder etwas greifbares zu schaffen, war aber permanent präsent. Irgendwann entdeckte ich dann die Welt des Cosplay.

Diese Art der Präsentation eigener Kostüme nach Vorbildern aus Videospielen oder Filmen hat mich sehr beeindruckt. Im Jahr 2020 war dank diverser Lockdowns viel Zeit, um an einer eigenen Idee zu arbeiten. Zu dem Zeitpunkt verbrachte ich regelmäßig Stunden in dem Online-Shooter Titanfall 2. So entschloss ich mich, den Helm meines Titanfall-Avatars im echten Leben nachzubauen. Mit null Kenntnissen über 3D-Programme und fehlender Erfahrung im Bau eines solchen Helmes machte ich mich an die Arbeit.

Das Resultat siehst du hier!

Falls du auch ein Fan von Titanfall bist und gerne deinen eigenen Helm bauen möchtest: ich verkaufe auf Etsy meine 3D-Druckdatein zu dem Grapple Pilot Modell.

Ursprünglich war der Plan, das komplette Outfit des Piloten nachzubauen. Doch Pläne ändern sich und so finalisierte mein favorisiertes Gewehr aus dem Spiel den Nachbau des Kostüms.

In dieser Zeit befand ich mich auf eine kreativen Tief, neue Ideen für Bilder waren rar. Die Posen meiner gezeichneten Figuren wiederholten sich stetig und mir fehlte die Inspiration für etwas Inovatives. Auch die Wahl des Stiles fiel mir schwer… sollte ich mehr realistisch malen oder bei dem comichaften bleiben? Sollen meine Karaktere futuristischer werden oder den klassischen Hip-Hop Lifestyle weiterführen? Die Unsicherheit und Planlosigkeit war frustrierend. Doch dann kam ich auf die Idee, all meine Interessen zu vereinen! So entstand das Konzept der MECH.
Der Prozess eines MECH ist lange. Zuerst kommt die digitale Entwurfsphase. 50 Stunden aufwärts dauert die Entwicklung eines 3D-Modells. Dannach kommt der Aufbau. Mit meinem 3D-Drucker hole ich die digitalen Teile ins echte Leben, das dauert insgesamt ca. 100 Stunden. Dann wird viel geschliffen, geklebt, grundiert, lackiert und gelötet. Ist der Helm fertig, ist der gesamte Prozess aber noch nicht abgelaufen. Um dem Problem mit den fehlenden Ideen für neue Bilder Herr zu werden, fotografiere ich mich mit dem Helm und male die Fotovorlagen an die Wand. So arbeite ich mich von einer Leidenschaft zur anderen, was jeden neuen Helm für mich zu einer neuen Herausforderung macht. Aktuell plane ich 2 neue MECH pro Jahr. Jedoch werden aktuelle Pläne zu neuen Mechanismen und Details immer ausgefeilter, was die Produktion auf 1 Helm pro Jahr beschränken könnte.

Für Updates zu neuen Projekten, folgt mir auf Instagram, Youtube oder schaut regelmäßig in meinem Blog vorbei.

Der Weg ist das Ziel

shop weg, mehr kunst, eigene agentur, rösselmühle

was würde ich meinem jüngeren ich sagen, motivierend

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